Vom reinen Inhaltsanbieter zum Dienstleister für das Feld der Jugendarbeit
Mit der Entwicklung des Konzepts für das Projekt "Partnerportale Netzcheckers.net" hat auch eine Schwerpunktverlagerung für Jugend-Online, dem Betreiber von Netzcheckers.de stattgefunden. Der Schwerpunkt wird in Zukunft weniger beim Angebot von jugendrelevanten Inhalten liegen sondern zunehmend beim medienpädagogischen Service für das Feld der Jugendarbeit, speziell für das Netzwerk der Partnerportale. Dem neuen Jugendportal "netzcheckers.de" ist das schon anzusehen:
Im Mittelpunkt stehen Plattformen, Tools und Tutorials für aktive Mediennutzung.
Im Rahmen von Netzcheckers.net werden auf unterschiedliche Art medienpädagogische Dienstleistungen angeboten:
- Kampagnen zu medienpädagogisch relevanten Themen
- Methodensets für die Praxis der Jugendarbeit zu medienpädagogischen Themen
- Fachveranstaltungen und Workshops
- Wettbewerbe und Partizipationsprojekte als Impulse für aktive Medienarbeit
- Unterstützung bei der Umsetzung von konkreten Koperationsprojekten im Netzwerk und Projekten vor Ort
Dieser Bereich ist im Aufbau. Bei Interesse einfach nachfragen bei jon@ijab.de oder moderation@netzcheckers.net.
Hier ein Kurzbericht zur Fachtagung "Das Ende der Privatheit" in der Akademie Remscheid vom 27.-29.4.09 von Isabel Götte Jugend Online/IJA.
Ausführlichere Informationen sind hier zu finden:
http://jugendonline.typepad.com/tagung2009/ergebnisse-der-tagung.html
Fachtagung diskutierte über sensible persönliche Daten von Jugendlichen im Netz
Das Ende der Privatheit
Fachtagung entwickelt Strategien zur Sensibilisierung von Jugendlichen im Umgang mit persönlichen Daten im Internet
Bonn, 29. April 2009. Der Boom sozialer Netzwerke und der leichtfertige Umgang junger Menschen mit persönlichen Daten im Internet standen im Mittelpunkt der Tagung „Das Ende der Privatheit“. Vom 27. bis 29. April luden das Projekt Jugend online von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. und die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) in die Akademie Remscheid ein, um Strategien zu entwickeln, wie Jugendliche für dieses Thema sensibilisiert und zu einem bewussten Umgang mit ihren Daten hingeführt werden können. Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten die Tagung. Es referierten Expertinnen und Experten aus Ministerien, Daten-, Verbraucherschutz und Medienpädagogik sowie von Betreiberfirmen und Wirtschaftsverbänden. Sie beleuchteten das „Social Web“ als jugendkulturelles Phänomen und medienpädagogische Herausforderung für Politik und Gesellschaft.
Netzwerke wurden als ein Teil der Jugendkultur dargestellt, der eine wichtige Rolle im Prozess der Sozialisation und Identitätsfindung Jugendlicher spielt. Gefordert wurde die Aufklärung sowohl von Jugendlichen als auch von erwachsenen Verbrauchern. Im Hinblick auf die Sensibilisierung Jugendlicher gab es Übereinstimmung darin, dass die Maßnahmen auf die Mediennutzung von Jugendlichen und die Bedeutung von Peers abgestimmt sein müssen. Weitere Lösungsansätze forderten das Prinzip der Zustimmung bei der Verwendung von Daten sowie die Sensibilisierung auch der Anbieter.
Die ausführliche Dokumentation der Tagung gibt es unter www.jugend.info.
Soziale Netzwerke als Teil der Jugendkultur
Die Eröffnungsvorträge führten thematisch in das Thema ein: Professor Max Fuchs, Vorsitzender des Deutschen Kulturrates und Leiter der Akademie Remscheid, sowie der Vorstand der GMK, Professor Bernward Hoffmann, betonten, dass Soziale Netzwerke ein Stück (Alltags-)Kultur sind. Fuchs stellte heraus, dass Jugendschutz im Hinblick auf Soziale Netzwerke unbedingt Medienkompetenz erfordert. Professor Franz Josef Röll von der Hochschule Darmstadt zeigte neben Gefahren vor allem auch die Chancen der Social Networks auf - sowohl im Hinblick auf die Identitätsarbeit als auch im Hinblick auf Vernetzung. Gestützt wurden diese Aussagen durch Referate zur JIM-Studie /JIM plus Studie 2008 sowie zum Medienkonvergenz-Monitoring, einer Untersuchung der Universität Leipzig. Diese Studien belegen zum einen, dass die Mediennutzung weiter zunimmt und dass Jugendliche das Internet in erster Linie als Kommunikationsmedium und als Plattform zur Selbstinszenierung ihrer Lebenswelten und zur Identitätsarbeit nutzen. Privatspäre oder Datenschutz spielen dabei häufig nur eine untergeordnete Rolle und es zeigt sich, dass Jugendliche sich in geschlossenen Communities wähnen und dabei die Reichweite von Online-Kommunikation unterschätzen, dass es sehr subjektive Vorstellungen von schützenswerten Daten gibt und dass sie sich nicht bewusst sind, dass Inhalte im Netz lange Bestand haben.
Partizipative Aufklärungsarbeit, Nutzerschutz und Transparenz gefordert
Als Handlungsansätze erarbeiteten Podiumsdiskussionen und Workshops den Schutz der Jugendlichen und die Förderung ihrer Medienkompetenz. Philippe Gröschel, Jugendschutzbeauftragter von studiVZ Ltd., führte aus, dass auf die Aufklärung von Nutzerinnen und Nutzern sowie von Eltern, Lehrerinnen und Lehrern von Anfang an Wert gelegt wurde. Dr. Guido Brinkel vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien hob die Eigenverantwortung der Betreiber und die Entscheidungsfreiheit der User hervor. Es wurden partizipative Konzepte vorgestellt, in denen Jugendliche als Expertinnen und Experten Aufklärungsarbeit leisten, ferner mehrdimensionale Ansätze, die neben den Jugendlichen auch Eltern, Pädagoginnen, Pädagogen, Politik und Anbieter in den Blick nehmen. Als ein wesentlicher Teil des Nutzerschutzes wurde von den Anbietern das Prinzip der Zustimmung bei der Verwendung von Daten gefordert sowie mehr Transparenz und Information darüber, was mit den Daten geschieht.
Sensibilisierungskampagne für Jugendliche
Für das Jahr 2009 hat Jugend online das Thema „Umgang mit persönlichen Daten im Internet“ als Schwerpunkt gewählt. Im Rahmen der Fachtagung wurde ein von Jugend online entwickeltes Methodenset vorgestellt, das Jugendeinrichtungen für die pädagogische Arbeit zur Verfügung gestellt wird und spielerisch zur Auseinandersetzung mit Datensicherheit und informationeller Selbstbestimmung anregt. Außerdem präsentierte Jugend online eine bundesweite Jugendkampagne, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird und im Juni startet. Jugendlichen sollen hier über virales Marketing, Videos sowie über Mitmachaktionen, die Jugendliche selbst zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren macht, vier wesentliche Botschaften vermittelt werden: Die Aussagen „Das Internet vergisst nichts“, „Du hast im Internet keine uneingeschränkte Kontrolle über Deine Daten“, „Virtuelles ist real“ und: „Es gibt keine privaten Schutzräume im Internet“ stehen im Mittelpunkt der Kampagne.
Über Jugend online: Jugend online ist ein Projekt von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ziel von Jugend online ist es, den kreativen und kritischen Umgang junger Menschen mit Internet, Multimedia und mobilen Medien zu fördern.
Kontakt: Isabel Götte
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Jugend online
IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit
der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Godesberger Allee 142 - 148
53175 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 9506 157
Fax: +49 (0) 228 9506 199
E-Mail: goette@ijab.de
Web: www.ijab.de
www.jugend.info
www.netzcheckers.de
Geocaching-Camp: Fortbildung Digitale Schnitzeljagd, 21.-24. Mai 2009
Unter dem Motto „Digital und draußen“ lockt Geocaching immer mehr Interessierte ins Gelände. Vom 21. bis 24. Mai 2009 lädt Jugend online in Kooperation mit Herzogsägmühle – Diakonie in München und Oberbayern e.V. zu einem Geocaching- Fortbildungs-Camp nach Herzogsägmühle in Oberbayern ein. Hier können Fachkräfte der Jugendarbeit und Jugendgruppen sich mit GPS-Gerät und Wanderschuhen auf Schatzsuche begeben. Die Veranstaltung bietet nicht nur Gelegenheit, selber Caches zu suchen, sondern zeigt auf, wie Geoaching in die Angebote der Jugendarbeit eingebunden werden kann und welche Ausrüstung benötigt wird. Das Geocaching-Camp 2009 ist eine vorbereitende Veranstaltung für einen bundesweiten Geocaching-Event im Jahr 2010. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anreisekosten werden nicht übernommen. Wer am Geocaching-Camp teilnehmen möchte, kann sich ab sofort mit einer Mail an jon@ijab.de zur weiteren Information und Anmeldung wenden.
(Quelle: http://jugendonline.typepad.com/)
Einen spielerischen Zugang zum verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten im Internet bietet die Medienbox von Jugend online, die in Einrichtungen und Projekten der außerschulischen Jugendbildungsarbeit eingesetzt wird. Sie wurde zum diesjährigen Schwerpunktthema von Jugend online entwickelt und bietet einen handlungsorientierten Beitrag zum Jugendschutz in der medienpädagogischen Arbeit. Die Medienbox will informieren und aufklären und über spielpädagogische Methoden eine Verhaltensänderung bei jungen Menschen erreichen.Die Box besteht unter anderem aus dem Brettspiel „Verschwunden im Netz“, in dem es um eine Datenräuberbande geht, der ein Detektiv-Team das Handwerk legen will. Das Spiel hinterfragt mit Aktionsaufgaben, Wissensfragen und Spielrollen das Vertrauen junger Menschen in die Netzwelt. Darüber hinaus enthält die Medienbox Materialien für pädagogische Fachkräfte, unter anderem Informationsmaterial, Methodenblätter mit Vorschlägen für medienpädagogische Aktionen und Spiele zum Thema Datensicherheit.
Die Medienbox wird Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit über MultiplikatorInnen kostenlos zur Verfügung gestellt. Vorraussetzung für den Erhalt einer Medienbox ist die Durchführung einer Spielaktion, bei der mindestens das Spiel „Verschwunden im Netz“ zum Einsatz kommt und die Teilnahme am Evaluationsprozess.
Jugend online sucht Partner, die die Medienbox in Einrichtungen zum Ersteinsatz bringen. Das Material verbleibt dort und die MuliplikatorIn erhält ein pauschales Honorar. Bevorzugt werden Ansprechpartner aus dem netzcheckers.net gesucht.
Nähere Information erteilt jon@ijab.de
Text: Rüdiger Mattauch, JON, Foto: Marie Scholz

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